JöRG HEITHOFF, MüNSTER | TRENDS, MENSCHEN, KULTUR, KULINARISCHES
Sonntag, 08.Feb. , 16:09

Prinzipalmarkt spielt in der Einzelhandels-Bundesliga

Münsters Prinzipalmarkt spielt in der Einzelhandels-Bundesliga. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Gemeinschaft der Kaufleute vom Prinzipalmarkt. 956 Kunden füllten einen achtseitigen Fragebogen aus. „Die Antworten zeigen eindeutig: Der Prinzipalmarkt kann sich mit der Düsseldorfer Kö messen“, freut sich Sprecher Nico Osthues.


Die Kaufleute wollten wissen, in welchen Städten Prinzipalmarkt-Kunden mindestens genauso häufig einkaufen wie in Münster. Düsseldorf führt die Liste an. Auf den Rängen danach folgen neben Dortmund die vier deutschen Millionenstädte Berlin, Hamburg, München und Köln. „Etwa die Hälfte der Teilnehmer notierte auf dem Fragebogen teilweise umfassende Anmerkungen – oft Liebeserklärungen an Münster und an den Prinzipalmarkt“, kommentiert Osthues die Resonanz auf die Befragung. Nur ein gutes Drittel der Teilnehmer kommt aus Münster. 20 Prozent sind Münsterländer, der Rest nimmt weitere Wege in Kauf. „Selbst die Prinzipalmarkt-Fans, die mehr als 1,5 Stunden fahren müssen, kommen zu 21 Prozent mehr als zehn Mal jährlich nach Münster, 38 Prozent kaufen vier bis zu neun Mal per anno am Prinzipalmarkt ein“, erläutert Jörg Heithoff, Geschäftsführer der Heithoff & Companie GmbH, welche die Befragung im Auftrag der Kaufleute durchgeführt hat. „Das unterstreicht die Oberzentralität der Stadt und verdeutlicht: Der Prinzipalmarkt braucht auch die Kunden aus Sauerland, Ruhrgebiet oder Emsland“, kommentiert Osthues.

Mehr als 80 Prozent der Befragten meinten, dass sich das Angebot am Prinzipalmarkt in den letzten zehn Jahren verbessert hat, knapp 44 Prozent wünschen sich bessere Parkmöglichkeiten, für nur knapp 30 Prozent sind verkaufsoffene Sonntage wichtige Einkaufsimpulse. Auch das Thema Online-Shopping interessierte die Kaufleute: 51,1 Prozent aller Befragten hat schon einmal Kleidung im Internet geordert. Bei Schuhen waren es 36,6 Prozent, bei Schmuck nur 11,3 Prozent. Das allerdings sei nur der Durchschnitt über alle Altersklassen. Bei den 30- bis 39-jährigen orderten bereits 88,8 Prozent Mode im Netz.

Die Kaufleute fragten ab, welche Quellen Kunden zur Information und Inspiration für ihren Einkauf nutzen. 84,6 Prozent halten das Beratungsgespräch im Einzelhandel für wichtig oder sehr wichtig, 84,3 Prozent schätzen die Schaufenster, 59,6 Prozent bewerten Zeitungen oder Magazine als wesentliche Quelle, 58,7 Prozent sprechen mit Freunden, Kollegen oder Familie, 41,1 Prozent informieren sich auf Webseiten, 40,1 Prozent über Anzeigen in Tageszeitungen, nur 6,7 Prozent halten Facebook für eine wichtige oder sehr wichtige Informations- oder Inspirationsquelle. „Schaufenster und Beratungsgespräche im Einzelhandel sind führende Informations- und Inspirationsquelle in allen Altersklassen, bei den jungen Kunden unter 30 Jahren reicht zusätzlich noch das Gespräch mit Freunden an diese Werte heran“, ergänzt Osthues. Zudem gäbe es einen sehr engen statistischen Zusammenhang zwischen der Bewertung der Schaufenster und der Frage, welcher Händler als Trendsetter wahrgenommen werde. „Wenn mich ein Retailer fragt, in welches Medium er besonders viel investieren sollte, würde ich „Fenster, Fenster, Fenster antworten“, so Jörg Heithoff.
Was die Prinzipalmarkt-Kunden sonst noch so in Münsters City machen, wenn sie zum Shoppen in die Domstadt kommen, fragten die Kaufleute ebenfalls ab. 97 Prozent trinken einen Kaffee, 96 Prozent gehen Essen und fast 94 Prozent machen eine Stippvisite auf dem Wochenmarkt. Auch der Besuch im Museum (78 Prozent), im Konzert oder Theater (57 Prozent) gehört für viele Kunden dazu. Von den Kunden mit mehr als 1,5 Stunden Anfahrt buchen mehr als 60 Prozent Hotelübernachtungen. „Gastronomie und Hotellerie profitieren vom Zugpferd Einzelhandel“, stellt der Sprecher der Kaufleute fest.

Ausdrücklich aufgefordert wurden die Befragten auch zu Kritik. Längere Öffnungszeiten, größere Auswahl bei Damengrößen und preiswerte Parkmöglichkeiten führen hier die Wunschliste an. Auf die Frage, welche Angebote am Prinzipalmarkt fehlen, nannten die Teilnehmer beispielsweise: individuelle, modische Fashionanbieter oder Strumpfspezialisten. Auch was sie nicht wollen, wissen viele Kunden: „Bloß nicht noch mehr Ketten und Filialisten“. Nostalgiker nutzten ebenfalls die Chance, Herzenswünsche zu äußern. Mehrere notierten hier beispielsweise schlicht: „Café Schucan“.


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