BRITTA HEITHOFF, MüNSTER | MENSCHEN
Montag, 18.Mär. , 12:00

Neues aus dem Ärztezentrum: Schlaganfall-Prävention

Am Prinzipalmarkt 11 finden Sie unser Ärztezentrum. Hier ist unter anderem die Praxis der Neurologen Sven Böckenholt (rechts) und Priv. Doz. Dr. med. Martin Ritter (links) www.boeckenholt-ritter.de angesiedelt. Wie in der Druckversion unserer Frühjahrsausgabe von Prinzipal kurz angekündigt, informieren die Ärzte im Folgenden über die Möglichkeit der Ultraschalluntersuchung zur besseren Einschätzung des persönlichen Schlaganfallrisikos …


Ultraschalluntersuchung der Hals- und Gehirnschlagadern verbessert die Einschätzung des persönlichen Schlaganfallrisikos

Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache
Schlaganfälle zählen zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Sie sind die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen. Die moderne Neurologie konnte die Sterblichkeit nach Schlaganfall in den letzten 20 Jahren zwar um die Hälfte senken und auch der Anteil der nach einem Schlaganfall behinderten Menschen nimmt ab. Trotzdem erholt sich weiterhin nur jeder dritte Schlaganfallpatient wirklich vollständig von dem Ereignis.

Arteriosklerose spielt entscheidende Rolle
Obwohl es viele verschiedene Ursachen für Schlaganfälle gibt und bei weitem nicht jeder Schlaganfall Folge eines „zu guten Lebens“ ist, so ist doch besonders jenseits des 50sten Lebensjahres die „Gefäßverkalkung“ (Arteriosklerose) eine der wesentlichen behandelbaren Ursachen für Schlaganfälle.

Durch Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte, Rauchen und Diabetes mellitus kommt es zur Schädigung der besonders empfindlichen Gefäßinnenwände. Im Verlauf von Jahren entstehen an bestimmten Stellen im Körper Ablagerungen, die so stark sein können, dass sie die Gefäße verengen. Besonders häufig sind hier die Halsschlagadern und die Schlagadern innerhalb des Kopfes an den Stellen betroffen, an denen sich die Gefäße verzweigen. Aufgrund der demographischen Entwicklung und der Zunahme von Übergewicht und Bewegungsmangel ist mit einer Verschärfung des Problems in den nächsten Jahren zu rechnen.

Nicht jede Verengung muss operiert werden

Wenn Ablagerungen festgestellt werden, kommt es sehr stark auf den Ausprägungsgrad der Ablagerungen an, welches die nächsten notwendigen Schritte sind. In vielen Fällen muss sogar nicht unbedingt sofort ein Medikament verordnet werden, oft reicht eine gewisse Umstellung des Lebensstils.  Auch wenn tatsächlich eine höhergradige Verengung („Stenose“) der Halsschlagadern vorliegen sollte, ist dies noch keineswegs ein Grund für eine sofortige Operation. Vor einer derartigen Entscheidung muss zunächst ermittelt werden, welche der genannten Risikofaktoren in welchem Ausmaß bestehen und wo Verbesserungspotentiale durch eine Therapie schlummern. Die meisten Patienten sind mit einer optimierten medikamentösen Therapie hervorragend einzustellen, das Schlaganfallrestrisiko unter Medikamenten unterscheidet sich dann nicht vom Risiko eines Eingriffs selbst. Tatsächlich erleiden die meisten Menschen mit Halsschlagaderverengungen auch überhaupt keinen Schlaganfall, sondern einen Herzinfarkt, denn die Ablagerungen, die sich an den Hals- und Gehirnarterien feststellen lassen, finden sich auch an den Herzkranzgefäßen.

Diagnostik per Ultraschall in höchster Qualität

Ob Verengungen der Hals- oder Gehirnschlagadern vorliegen, kann mittels Ultraschall ohne Strahlenbelastung zuverlässig ermittelt werden, die Genauigkeit (Auflösung) der Gefäßdarstellung übersteigt die anderer Methoden wie Kernspintomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) um das 5-10 fache!

Oft werden Untersuchungen der Halsschlagadern angeboten, dabei werden die Arterien innerhalb des Kopfes aber oft ausgespart. Aus schlaganfallmedizinischer Sicht ist es nicht sinnvoll, nur die Halsschlagadern, nicht aber die Gehirnschlagadern zu untersuchen, denn die Verengungen innerhalb des Kopfes sind in Mitteleuropa zwar nur halb so häufig wie die Verengungen der Halsschlagadern, sie sind aber deutlich gefährlicher. In den letzten Jahren ist insbesondere eine starke Zunahme der Häufigkeit verengter Hirnschlagadern beobachtet. Diese sollten also bei einer entsprechenden Untersuchung immer mit erfasst werden.

Zu einer routinemäßigen Untersuchung raten wir besonders Menschen mit einem erhöhten Risiko. Dies sind alle Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sind und die zusätzlich rauchen oder an Diabetes oder Bluthochdruck leiden. Mit 65 Jahren haben etwa 8 Prozent aller Deutschen eine Verengung der Halsschlagadern um 50% oder mehr.

Schlaganfall ist immer ein Notfall – sofort ins Krankenhaus!
Treten Symptome wie vorübergehende Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen auf, ist das ein Notfall, der sofort in einer Stroke Unit im Krankenhaus abgeklärt werden muss – auch wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder von selbst verschwinden. Denn leider folgt in einem von fünf Fällen auf solche vorübergehenden Schlaganfallsymptome innerhalb weniger Tage ein schwerer Schlaganfall.

Ultraschall der Hals- und Hirnarterien durch fachkundige Neurologen
In der Praxis Böckenholt & Ritter steht ab sofort ein neues Ultraschallgerät zur Verfügung, mit dem sowohl die Hals- als auch die Hirnschlagadern auf dem neuesten Stand der Technik untersucht werden können. Mit Privatdozent Dr. Ritter tritt ab dem 1.4.2013 ein national und international ausgewiesener Fachmann für die Durchführung und Beurteilung der Untersuchungen in die Praxis ein, welcher die höchste Stufe der Qualifikation der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin erworben (DEGUM Stufe III) hat und diese Kenntnisse gerne an sie weiter gibt.

Wir beraten sie gerne auch, wenn sie wissen möchten, ob bei Ihnen überhaupt ein erhöhtes Schlaganfallrisiko besteht, denn: Vorsorge ist oft die beste Medizin.




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Kommentare
08.12.2015 Halsschlagadernuntersuchung
von Schnick
 
Komme nun leider aus Berlin.

Hatte einen nicht aufzuklärenden Schlaganfall gehabt. Können Sie mir einen Spezialisten in Berlin empfehlen?

Vielen Dank vorab.

MfG A. Schnick
08.12.2015 Spezialisten
von Britta Heithoff, Redaktion Prinzipal
 
Guten Morgen nach Berlin. Wir werden Ihre Anfrage an die Praxis weiterleiten. Gute Wünsche aus Münster. Britta Heithoff
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